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LEITZINS | EZB | AKTUELL | DEFINITION | DEUTSCHLAND ZINSSATZ

Leitzins in Deutschland – Definition & aktuelle Zinssätze der EZB

Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich inländische Geschäftsbanken Geld von der zuständigen Zentralbank leihen oder dieses bei ihr anlegen können. Welche Funktionen der Leitzins hat und welche Arten es gibt, erfahren Sie nachfolgend.
Oberstes Ziel der Zentralbanken ist es, mit der Anhebung (restriktive Geldpolitik) oder der Absenkung (expansive Geldpolitik) des Leitzinses für ein stabiles Preisniveau zu sorgen. Dieses geldpolitische Steuerungsmittel soll somit die Inflationsrate möglichst niedrig halten. Die Abhängigkeit der Geschäftsbanken vom Leitzins wirkt sich außerdem auf das Wirtschaftswachstum aus. Je günstiger sich Geschäftsbanken Geld bei der Zentralbank leihen können, desto günstiger können sie diese Konditionen an ihre Kunden weitergeben. Kredite für Privatkunden oder Investitionen im Geschäftsbereich werden somit auch günstiger und wirken wachstumsfördernd. Entgegengesetzt lässt eine Erhöhung des Leitzinses die Investitionen teurer und damit weniger werden. Des Weiteren gilt der Leitzins auch als währungspolitisches Steuerungsmittel. Eine Erhöhung oder Senkung des Leitzinses wirkt sich demnach auf den Wechselkurs aus. Steigt der Leitzins, wird es attraktiver für ausländische Anleger, ihr Geld in Euro anzulegen.

 

ARTEN DES LEITZINSES

Die EZB legt drei verschiedene Leitzinsen fest:

    1. Der Zinssatz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte ist der Zinssatz, für den sich die Geschäftsbanken von der Zentralbank Geld leihen können. Dieses können sie gegen (notenbankfähige) Wertpapiere bei der EZB erhalten. Dieser wirkt sich auch auf die privaten Anleger aus.
    2. Der Zinssatz für Spitzenrefinanzierungsfazilität ist der Zinssatz, für den sich die Banken kurzfristig Geld von der EZB verschaffen können. Er wird als obere Zinsgrenze für das Tagesgeld gesehen, da eine Geschäftsbank nicht bereit sein wird, einen höheren Zinssatz als diesen anzubieten.
    3. Zum Zinssatz für die Einlagefazilität können die Geschäftsbanken überschüssiges Zentralbankguthaben bis zum nächsten Geschäftstag im Eurosystem anlegen. Dieser Zinssatz wird als Zinsuntergrenze für das Tagesgeld gesehen, da keine Bank ihr Geld für einen niedrigeren Zins anlegen wird.

 

AKTUELLE ZINSENTWICKLUNG

Am 10.03.2016 senkte die EZB den Leitzins (Zins für Hauptrefinanzierungsgeschäfte) auf historische 0,00 Prozent. Dies soll das Sparen für Privatpersonen unattraktiver machen und dafür sorgen, dass mehr Geld ausgegeben wird. Auch der Strafzins (Zins für Einlagefazilität) wurde auf -0,04 Prozent gesenkt, sodass es für Banken teurer wird, überschüssiges Geld über Nacht bei der Notenbank anzulegen. Beide Maßnahmen zielten auf eine Ankurbelung der Wirtschaft ab.

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